
Unser Geschlecht bestimmt maßgeblich, welchen Platz wir in unserer Gesellschaft zu welchen Bedingungen einnehmen. Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in männliche Erwerbs- und weibliche Familienarbeit führt zu Ungleichheit zwischen Frauen und Männern.
Frauen leisten – auch wenn sie erwerbstätig sind – mehr unbezahlte Arbeit und haben nicht zuletzt deshalb schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt. Sie haben, auch bei gleicher Berufsqualifikation, weniger Einkommen und ein höheres Armutsrisiko als Männer. Ihre Leistungen werden weniger anerkannt, in den Entscheidungs- und Machtstrukturen sind sie kaum vertreten.
Die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern sind nicht durch natürliche Unterschiede zu erklären. Die Unterscheidung zwischen biologischem (engl. „sex“) und sozialem Geschlecht (engl. „gender“) hat den Blick dafür eröffnet, dass vieles, was natürlich erscheint, in Wirklichkeit gesellschaftlich geprägt ist.
Die unterschiedlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen von Frauen und Männern werden im Laufe des Lebens gelernt und so verinnerlicht, dass sie als naturgegeben und damit unveränderbar erscheinen. Dabei gibt es keine „geschlechtsneutrale“ Perspektive – der „allgemeine“ Blick ist meist ein sehr männlicher. Die Erkenntnis, dass Geschlechterrollen soziale Konstrukte sind, ist von großer Bedeutung, da erlernte Verhaltensweisen im Gegensatz zu biologisch determinierten, durch neue Erfahrungen verändert werden können.
Gleichstellung ist kein „Frauenthema“, sondern betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Beide profitieren von der Erweiterung des Rollenrepertoires, da sich dadurch neue Chancen in der Lebensgestaltung ergeben können.
Vor diesem Hintergrund gilt es, Bildungsarbeit aus einer neuen, gendersensiblen und damit geschlechtergerechten Perspektive zu betrachten. Genderkompetenz in der Erwachsenenbildung drückt sich aus in bedarfs- und zielgruppengerechten Bildungsangeboten, geschlechtergerechter Sprache, Bildern und Gestaltung der Inhalte und Methoden. Sie berücksichtigt Rahmenbedingungen und Lebenszusammenhänge von Frauen und Männern gleichermaßen und wird flankiert durch geschlechtergerechte Öffentlichkeits- und Medienarbeit.
Gender-Kompetenz beinhaltet, dass Trainerinnen und Trainer bzw. Referentinnen und Referenten aufmerksam sind für die Bedürfnisse von Frauen und Männern: Alle Bildungsangebote sollten geschlechtergerecht ausgeschrieben werden, die Inhalte gendersensibelgendersensibel
Fähigkeit, genderspezifische Fragen aufgrund unterschiedlicher Geschlechterrollen und unterschiedlicher sozialer Stellungen zu erkennen.
gestaltet und die Methodik-Didaktik gendergerechtgendergerecht
Genderadäquaten bzw. gendergerechten Aktivitäten liegt ein gesellschaftliches Verständnis von Gerechtigkeit bezogen auf Genderaspekte zugrunde. Gendergerechtigkeit wird anhand von normativen Kriterien der Gesellschaft gemessen.
umgesetzt werden.