
Bei der Planung und Durchführung von Bildungsmaßnahmen gilt es, die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Teilnehmenden zu berücksichtigen. Oft ist die Teilnahme an Bildungsveranstaltungen auch mit der Frage der Vereinbarkeit mit anderen Verpflichtungen wie Beruf, Kinderbetreuung oder nebenberuflichen Tätigkeiten verknüpft.
Geschlechtergerechte Bildungsarbeit sollte Frauen und Männer gleichermaßen ansprechen und für eine ausgewogene Mischung von weiblichen und männlichen Teilnehmenden sorgen. Je nach Thema und Lernziel, sind gemischtgeschlechtliche oder geschlechtshomogene Gruppen sinnvoller.
Einige dieser Faktoren können auch organisatorisch gesteuert werden. Zu achten ist daher auf:
Eine geschlechtsneutrale Schreibweise ist Mindestbedingung dafür, dass ein Seminarausschreibungstext Frauen und Männer gleichermaßen anspricht.
Bei der Auswahl von Bildern ist darauf zu achten, dass Frauen und Männer (in nicht stereotypisierter Form bzw. bei geschlechtsspezifischen Tätigkeiten) abgebildet sind.
Die zeitliche Gestaltung der Seminare ist je nach Zielgruppe auszurichten. So ist zu überlegen, ob eine Veranstaltung an Wochentagen tagsüber, am Abend oder an Wochenenden angeboten wird und welche Unterrichtsform sich am besten eignet. Für Beschäftigte sind Einzelseminare mit einer Abwesenheit im Unternehmen von einem Tag sinnvoller als mehrtägige Seminare, die im Block durchgeführt werden und eine mehrtägige Abwesenheit im Unternehmen verlangen.
Für Berufsrückkehrerinnen und Frauen und Männer in der Elternzeit sind Seminarzeiten am Abend oder am Wochenende geeigneter, da während dieser Zeit die Partnerin oder der Partner die Betreuung der Kinder übernehmen kann.
Berufstätige Eltern bevorzugen häufig Angebote tagsüber in der Woche, da die Kinder dann meist ohnehin einen Betreuungsplatz haben. Dies bedeutet jedoch, dass Beginn und Ende von Bildungsmaßnahmen so gelegt werden, dass sie nicht mit Bring- oder Abholzeiten in Kinderbetreuungseinrichtungen kollidieren.
Bei älteren Lernenden sind die Lernkurven zu berücksichtigen. Neue Lerninhalte werden besser am Vormittag aufgenommen, während am Nachmittag das Erlernte in Form eines Transfers in Übungen und Trainings umgesetzt werden sollte.
Um Eltern die Teilnahme an Bildungsveranstaltungen zu ermöglichen, können Kinderbetreuungsangebote nützlich sein.
Zu überlegen ist jedoch, dass es für Eltern besser sein kann, die Kinder in ihrer gewohnten Kinderbetreuungseinrichtung unterzubringen und dies bei der zeitlichen Gestaltung der Bildungsmaßnahme zu berücksichtigen.
Der Veranstaltungsort sollte gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, da in Familien im Allgemeinen die Männer das Auto benutzen und die Frauen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Wenn Parkplätze zur Verfügung stehen, sollten Plätze für Frauen reserviert werden, die hell und gut einsehbar sind.
Die Ausgestaltung der Veranstaltungsräume ist so vorzunehmen, dass sie geschlechtergerecht gestaltet sind. Sozialräume sind vorzuhalten, die je nach Zielgruppe auch getrenntgeschlechtlich ausgelegt werden können.
Besonders im gewerblich-technischen Bereich muss darauf geachtet werden, dass die Ausstattung von Werkstätten und Schulungsräumen Tätigkeiten in geschlechtergerechter Form zulässt.
Bei einer gendergerechtegendergerechte
Genderadäquaten bzw. gendergerechten Aktivitäten liegt ein gesellschaftliches Verständnis von Gerechtigkeit bezogen auf Genderaspekte zugrunde. Gendergerechtigkeit wird anhand von normativen Kriterien der Gesellschaft gemessen.
Raumgestaltung bevorzugen Frauen lichte Räume mit Pflanzen und nach Möglichkeit erbaulichem Ausblick. Männer ziehen sachliche, schlichte Räume vor, die in erster Linie funktional gestaltet sind. Eine Farbe, die von beiden Geschlechtern gleichermaßen bevorzugt wird, ist laut Untersuchungen die Farbe blau.
