Genderleitfaden-Weiterbildung
Gender Mainstreaming

Gendergerechte Texte und gendergerechte Teilnehmerinnen- und Teilnehmeransprache

Diese Beispiele richten sich an Männer und Frauen. Wir alle leben in einer Gesell­schaft, die gewohnt ist männerzentriert wahrzunehmen, zu denken und entsprechend zu handeln. Des­halb haben wir alle Nachholbedarf in Sachen geschlechtergerechter Kommunikation. Im Zentrum steht die Fähigkeit, auch andere Perspektiven als die eigene, gewohnte einzube­ziehen und die Forderung, alle Menschen, Frauen und Männer, Menschen mit unterschied­lichem Hintergrund in Sachen Bildung, sozialer Stellung und Kultur gleichermaßen anzuspre­chen und einzubeziehen und keines der verschiedenen Kollektive zu diskriminieren. Im Vordergrund steht das bewusste, ex­plizite Nennen und Einbeziehen der Frauen und ihrer Lebens- und Erfahrungswelten.

  1. Stellen Sie sich die Menschen vor, die Sie mit Ihren Schulungsunterlagen ansprechen: Frauen und Männer.

    Wer sich in einem Text nicht angesprochen fühlt, empfindet sich als unwichtig und nicht wahrgenommen.

Stellen Sie sich die Frauen und Männer als Handelnde vor.
Drücken Sie sich handlungsorientiert aus, d. h. verwenden Sie für die Handlungen vorwiegend Verben statt Substantive.

  1. Der Analytiker hat die besseren Chancen...

    Wer analytisch denkt, kann besser...

  2. Von den Mitarbeitern wird dauernde Lernbereitschaft erwartet.

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten stets bereit sein zu lernen.

  1. Denken, sprechen und schreiben Sie ganz selbst­verständlich für beide.

    Berücksichtigen Sie Frauen und Männer bereits bei der Planung und Konzeption von Berichten, Kursen, Ausstellungen, Projek­ten, Curricula, usw.
    Achten Sie darauf, dass bei den Fachleuten, in Beispielen, bei Arbeits- und Projektgruppen ausdrücklich auch Frauen mit einbezogen sind - das fördert Ausgewogenheit und Meinungsvielfalt.

  1. Verwenden Sie den Schrägstrich oder das große I nur in Texten mit häufigen Wiederholungen oder in Formularen.

    Teilnehmer/innen; Dozenten/innen
    TeilnehmerInnen; DozentInnen

Verwenden Sie immer beide Formen, wenn Männer und Frauen gemeint sind.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer; Dozentinnen und Dozenten
Nutzen Sie die direkte Rede. Sprechen Sie den Lesenden direkt an.

  1. Modulbearbeiter/innen haben folgende Regeln zu beachten.

    Beachten Sie folgende Regeln...

  2. Wir suchen eine/n erfahrene/n, teamfähige/n MitarbeiterIn.

    Sie sind teamfähig, bringen Erfahrung und Spezialwissen mit.

Vereinfachen Sie Paarformen mit dem Plural oder verwenden Sie neutrale Formen.

  1. Der Dozent / die Dozentin ist stark gefordert. Er/sie muss immer mehr Zeit investieren...

    Dozentinnen und Dozenten sind stark gefordert. Sie müssen immer mehr Zeit investieren.

  2. leserfreundliche, anwenderfreundlich

    lesefreundliche, anwendungsfreundlich.

Vermeiden Sie Klischees, Stereotype, die Frauen oder Männer diffamieren oder nicht ernst nehmen.
Ganz besonders in der Wahl von Bildern, Fotos, Beispielen, aber auch in Sprachbildern.
Beispiele für herkömmlich verwendete Ausdrücke:.

  1. Das schwache Geschlecht / das starke Geschlecht

    Die Männer / die Frauen

  2. Mannschaft

    Team, Gruppe, Kollektiv

  3. Mädchenname (der Frau)

    Geburtsname

Formulieren Sie kreativ um.

  1. Jeder Seminarteilnehmer, der den Kompetenznachweis erbracht hat.

    Wer den Kompetenznachweis erbracht hat.

  2. Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer sind berechtigt...

    Die Teilnahme am Kurs berechtigt zu...

  3. Allrounder

    Person mit Allroundkenntnissen

  4. benutzerfreundlich

    praxisnah, einfach zu bedienen, einfach anzuwenden

  5. anwenderbezogen

    anwendungsbezogen, praxisbezogen

  6. kundinnen- und kundenorientiert

    publikumsorientiert

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